

Kooperative Rhetorik
Die Kooperative Rhetorik wurde von Prof. Elmar Bartsch entwickelt, der an der Universität Duisburg das Fach Sprechwissenschaft lehrte. Sie beruht darauf, dass Hörer nur dann etwas „hören“, wenn ihre eigenen Vorstellungen mitschwingen können. In einem Interview
hat er die Kenn-zeichen für Kooperative Rhetorik dargestellt:
„’Kooperativ’ betont das gemeinschaftliche Moment beim Sprechhandeln. Die miteinander Handelnden sind Partner,
bestimmen und verantworten gemeinsam den Prozess.“
„Kooperative Rhetorik ist permanenter Hörerbezug und bedeutet,
1.
die Zuhörer immer mit ihrer Motivation, also ihren Erwartungen,
Bedürfnissen, Fragen, Probleme, Kenntnissen und Erfahrungen
dort abholen, wo sie gedanklich stehen.
2.
bei der Begriffsbildung von Problemen aus der Sicht des Anderen
ausgehen, so dass dieser den Prozess immer mitdenken kann.
3.
die Lösungsideen und Punkte, die der Zuhörer im Kopf hat,
aufgreifen und ernsthaft in der Argumentation berücksichtigen.
4.
dem Zuhörer Arbeit abnehmen und ihm neue Lösungsansätze
anbieten.
andere nicht dominieren und manipulieren, sondern genügend Freiheitssignale setzen, so dass der Andere sich nicht unter Druck gesetzt fühlt und sich traut, seine eigene Entscheidung zu treffen.“
(Marita Pabst-Weinschenk: Basics Kooperativer Rhetorik im Studium.
In: Heilmann, Lepschy: Rhetorische Konzepte; Sprache und Sprechen,
Band 44)
Themenzentrierte Interaktion
In der Prozessbegleitung oder einer Workshop-Moderation
orientiere ich mich an der Themenzentrierten Interaktion (TZI)
nach Ruth Cohn. Den TZI-Kompass mit den Postulaten und
Regeln setze ich so ein:
In Sitzungen und Workshops zum Beispiel aktiviere ich die Gruppe,
in der Sache effektiv voranzukommen und beim Thema zu bleiben.
Ich interveniere, wenn sich ein Teilnehmer nicht wohl fühlt, seine Interessen und Meinung nicht vertreten kann.
Ich gebe Feedback, wenn die Teilnehmer nicht konstruktiv miteinander umgehen, jemand nicht respektiert wird, und Entscheidungen nicht von allen mitgetragen werden.
Ich erinnere an die Erfordernisse von außen und rege die
Gruppe an, auf die Umsetzbarkeit der Lösungen zu achten.
Ich setze mich für gute Rahmenbedingen (Raum, Uhrzeit) ein.